Konzeption


Lachen und Lächeln sind die Tore und Pforten, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.

Christian Morgenstern


Räumlichkeiten:

Die Tagespflege Siegpiraten ist in unserem privaten Haus, in der Bunzlauerstr. 28 53721 Siegburg, untergebracht. Unser Grundstück ist ca. 870qm2 groß und das Haus besitzt eine  Wohnfläche von etwa 160qm2.
Die Tagespflege befindet sich im Erdgeschoss und besteht ausfolgenden Räumlichkeiten:


- Spielzimmer (Wintergarten), 25qm2
- Schlafraum, 14qm2
- Badezimmer, 5qm2
- Flur (Ankleidebereich), 4 qm2
- Im Erdgeschoss   befindet sich weiterhin eine geräumige Küche, 18qm, welche sowohl für die Tagespflege als auch privat genutzt wird, sowie unser privates Wohnzimmer


Alle Räumlichkeiten der Kindertagespflege sind kleinkindgerecht ausgestattet und den Bedürfnissen und Sicherheitsaspekten U3-Kinder angepasst. Die Gestaltung Räume der Kindertagespflege spielt eine wichtige Rolle, weil Räume heimliche „Miterzieher“ sind und einen großen Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes haben, und wird regelmäßig den Bedürfnissen der jeweiligen Kinder angepasst.
In der ersten Etage des Hauses sind unsere Privaträume, wie Kinderzimmer, Schlafzimmer und Badezimmer untergebracht. Dieser Bereich ist für die Kindertagespflege nicht freigegeben und darf von den Tageskindern nicht genutzt werden, da nicht die Sicherheit von Kleinkindern gewährleistet werden kann. Außerdem soll meinen eigenen Kindern auch ein privater Rückzugs- und Lebensbereich gewahrt bleiben.


 Außengelände

Im Garten gibt es einen großen Spielbereich für die Tagespflege. Hier steht ein großes Stelzenspielhaus mit Rutsche, ein Spielturm und ein Sandkasten mit Dach zur Verfügung. Zudem stehen zahlreiche Gartenspielzeuge, Rutschfahrzeuge und Laufräder zur Verfügung.
Des Weiteren befindet sich im Garten ein großes Gehege für zwei griechische Landschildkröten. Das Gehege wird von Pflanzkübel eingezäunt, welches zum Anpflanzen von Kräutern und Blumen genutzt wird.
Im hinteren Bereich befindet sich zudem ein Schwimmbecken, welches für die Kindertagespflege aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen ist. Das Schwimmbecken ist entsprechend sorgfältig gesichert.


 Umgebung:

Die Kindertagespflege befindet sich im Siegburger Stadtteil Deichhaus. Die Bunzlauer Straße ist eine Sackgasse und verkehrsberuhigte Spielstraße. In ihr sind vor allem gepflegte Ein- und Mehrfamilienhäuser ansässig. Am Ende der Straße befindet sich ein Spielplatz mit einem Gemeinschaftsgarten.
In unmittelbarer Umgebung fließt der Sieg, mit Siegwehr und Fischtreppe. Dies sind beliebte Ausflugsziele von Kindern und Familien, insbesondere zum Füttern von Enten.  Weitere Spielplätze der Umgebung befinden sich auf dem Grundschulgelände Hans-Alfred-Keller-Grundschule und in der Sieg-Auen- Siedlung.


Betreuungspersonen:

Ich betreue die Kinder allein. Während der Betreuungszeiten sind mitunter mein Ehemann und meine eigenen Kinder anwesend.
In der Kindertagespflege absolvieren mitunter angehende Kinderpfleger*innen ein Praktikum im Zuge ihrer Ausbildung. Dies geschieht in Absprache mit dem Jugendamt.

Öffnungszeiten:

Die Kindertagespflege öffnet in den Kernzeiten:
Mo- Fr: 7.00 –16.30 Uhr
Nach Bedarf und in Absprache mit den Eltern biete ich auch individuelle Betreuungszeiten Montag- Sonntag an. Diese Betreuungszeiten finden im Rahmen der vertraglich vereinbarten wöchentlichen Betreuungsstunden statt.


Schließungszeiten:
25 Werktage im Jahr sind Schließungstage aufgrund des Urlaubs der Kindertagespflegeperson, davon bis zu15 Werktage in den Sommerferien. Des Weiteren gibt es jährlich 2 Schließungstage aufgrund der gesetzlichen Fortbildung der Kindertagespflegeperson. Alle Schließungszeiten werden frühzeitig kommuniziert.
Feiertage sind grundsätzlich geschlossen. Betreuung an Feiertagen erfolgt nur nach Absprache und nach Dringlichkeit, ein Anrecht auf Betreuung an Feiertagen besteht nicht.


Ernährung:
Die Tagespflege bietet den Kindern folgende Mahlzeiten an:
Frühstück
Vormittagssnack
Mittagessen
Nachmittagssnack
Abendessen (bei Spätbetreuung)
Getränke (Wasser, ungesüßter Tee) stehen ganztägig frei zugänglich für die Kinder bereit.
Für die Bereitstellung ist von den Eltern ein monatlicher pauchaler Beitrag von 40,-Euro direkt an die Kindertagespflegeperson zu entrichten. Die Zahlungen sind auch bei Krankheit und Urlaub zu entrichten.


Alle Mahlzeiten werden von mir persönlich frisch zubereitet. Hierbei bemühe ich mich hauptsächlich frische und nach Möglichkeit Bioprodukte zu verwenden. Die Auswahl der Zutaten und Gerichte orientiert sich an der gängigen Ernährungspyramide, den Essgewohnheiten der Kinder und Ernährungswünschen der Eltern.
Die Kindertagespflege ist grundsätzlich zuckerfrei, Ausnahmen erfolgen in Absprache mit den Eltern.


 Hygiene, Gesundheitsvorsorge:
Alle Kinder in der Tagespflege müssen geimpft sein, insbesondere gegen Masern entsprechend der gesetzlichen Regelungen entsprechend des Infektionsschutzgesetzes. Der Impfpass ist nach Aufforderung vorzulegen. Bei nicht gegebenen gesetzlich vorgeschriebenen Masernschutz kann die Betreuung nicht erfolgen und das Kind wird dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet.


Pflegeprodukte (zum Beispiel Windelcreme oder Sonnenmilch) sind von den Eltern der Tagespflege bereit zu stellen.
Jedes Kind besitzt eine eigene Zahnbürste, und ein eigenes Handtuch. Die Kinder werden angeleitet Körperhygiene selbsttätig durchzuführen.
Zum Windeln verwende ich Einmalhandschuhe und der Wickelbereich wird nach jedem Kind desinfiziert.


Die Tagesgruppe:
Ich biete fünf Betreuungsplätze an, welche an die Altersgruppe 0-3 Jahre ausgerichtet sind.
Die Kindertagespflege Siegpiraten nimmt grundsätzlich Kinder aus allen Familienformen, Religionen, Nationen und sozialen Schichten auf. Die Welt ist bunt und als Piraten lernen wir gerne neue Welten kennen. Grundsätzlich feiern wir alle christlichen Feiertage in der Kindertagespflege (zum Beispiel Ostern, Sankt Martin und Nikolaus), freuen uns aber auch, wenn es uns Eltern und Kinder anderer Religionen und Nationen ermöglichen, ihre Feste im Jahresverlauf kennenzulernen.


Ziele der pädagogischen Arbeit:
Die grundsätzlichen Ziele der pädagogischen Arbeit sind bereits gesetzlich vorgeschrieben und laut Kinder- und Jugendhilfegesetz (§22 SGB VIII) „die Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes“.
Im Folgenden möchte ich eigene Bildungs- und Erziehungsziele, welche mir besonders am Herzen liegen, hervorheben:


Förderung der Herausbildung einer Ich- Kompetenz:


Das Konzept der Ich-Kompetenz bedeutet, dass sich das Kind seich seiner selbst bewusst ist, seinen eigenen Kräften vertraut, für sich selbst eigenverantwortlich handelt, sowie Unabhängigkeit und Eigeninitiative entwickelt.
Jüngste Erkenntnisse belegen, dass bereits ein dreijähriges Kind ein vollwertiges Selbstbewusstsein und Selbstbild entwickelt hat, viel früher als bisher angenommen. Dabei ist es genau der Lernaspekt, denen sich Kinder in ihren ersten drei Lebensjahren am intensivsten widmen: Sich selber zu begreifen, einen eigenen Willen entwickeln, zu einer eigenständigen Person zu reifen und sich selber als Teil eines Umfelds zu erkennen. Das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl sind die Grundlage, die einen Menschen durch sein gesamtes Leben führen, sein Denken, seine Entscheidungen und sein Handeln bestimmen.
Ein Kind in seinem Selbstbewusstsein zu fördern, heißt jedoch nicht, es zu einem dominanten Gewinnertypus zu erziehen, der sich in jeder Gruppe durchsetzt. Zum Beispiel ist schon Laufen lernen, Sprechen lernen, Sauberwerden, ein:“ Sich-Selbst-Bewusst werden“ und damit eigenständig.
In der Persönlichkeitsbildung heißt Selbstbewusstsein: Sich selbst seiner Schwächen und Stärken bewusst sein und sich selbst mit seinen gegebenen Fähigkeiten annehmen, und diese entsprechend einsetzen und nutzen. Wobei Schwächen immer etwas von außen Projektiertes sind, etwas, das von dem Wertesystem und den Ansprüchen des Gegenübers und der Gesellschaft abhängt.
Förderung der Herausbildung der sozialen Kompetenz:
Unter sozialer Kompetenz im pädagogischen Kontext werden die Fähigkeiten verstanden soziale Beziehungen aufzunehmen und diese mit Wertschätzung und Anerkennung gestalten, im Umgang mit anderen verantwortlich handeln und unterschiedliche Interessen aushandeln.
Kinder im Alter bis zu drei Jahren sind selbstverständlich nicht zu sozialer Kompetenz im engeren Sinne  fähig. Sie befinden sich noch in der „Ich-Phase“, sie fühlen sich als „Mittelpunkt der Welt“ und sind kognitiv nicht fähig sich empathisch in andere Menschen hineinzuversetzen und deren Empfindungen und Wünsche nachzuempfinden, geschweigenden zu berücksichtigen. Dennoch werden die Grundlagen für soziale Kompetenzen auch schon in diesem Alter gelegt. Ohne soziale Kompetenz ist der Mensch nicht in der Lage sich in Gemeinschaften einzugliedern und gesellschaftlich ein erfolgreiches Leben zu führen. Ich lege Wert darauf, Kindern die Denkweise anderer Kinder zugänglich zu machen und somit zugleich die ihnen selbstverständliche Art zu denken und die ihnen eigene Vorgehensweise zu relativieren. Die Kinder sollen sich als Teil einer Sozialgemeinschaft mit ihren Regeln und Praktiken selbst erleben. Einen guten Zugang zu Gruppenaktivitäten dabei freispielerische Aktivitäten wie Rollen- und Bewegungsspiele.


Förderung der Entwicklung einer Sachkompetenz:


Unter Sachkompetenz versteht man die Fähigkeit sich die Welt anzueignen, die sachlichen Lebensbereiche zu erschließen, sich theoretisches und praktisches Wissen und Können anzueignen und dabei urteils- und handlungsfähig werden.
Grundsätzlich findet Bildung immer dort statt, wo sich Kinder mit all ihren spezifischen intellektuellen und emotionalen Potenzialen mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzen. Bildung wird in diesem Zusammenhang auch zu einer „Aneignungstätigkeit“. Aneignungstätigkeit meint damit den kindlichen Prozess des „Sich-zu-eigen-Machens“, in welchen das Kind sich ein Bild von der Welt und sich selbst im Verhältnis zur Welt macht.
Eine Förderung findet hier statt, indem ich die Kinder vor allem hinsichtlich ihrer Interessen und Fähigkeiten genau beobachte und dann entsprechende Angebote unterbreite, welche auf bereits gelerntes aufbaut und Neugier auf weitere Themenbereiche fördere und Erfolge würdige. Die Kinder sollen eine natürliche Freude am Lernen und eine Offenheit gegenüber neuen Dingen entwickeln zu können. Die Bildung der Kinder ist abhängig vom Inhalt und Qualität der jeweiligen Sache, mit dem sich das Kind auseinandergesetzt. Ein elektronisches Spielzeug, das beispielsweise nur akustische Signale von sich gibt, wird voraussichtlich weniger Mehrwert bieten als Bausteine unterschiedliche Farbgebung, aus denen sich unzählige Formen erschaffen lassen.


Förderung der Entwicklung einer lernmethodischen Kompetenz:


Unter lernmethodische Kompetenz ist das Grundverständnis gemeint, das man lernt, was man lernt und wie man lernt. Zudem versteht man darunter die Fähigkeit, sich selbst Wissen und Können anzueignen und die Bereitschaft, von anderen zu lernen und sich selbst infrage zu stellen.
Ich fördre die Kinder in diesem Bereich ebenfalls durch freispielerische Aktivitäten. Hierbei stelle ich den Kindern Spielmaterialien zur Verfügung oder unterbreite ihnen Bewegungsangebote, welche ihnen unbekannt sind. Anstatt ihnen nun Handhabungen oder Lösungsansätze vorzugeben, beobachte ich die Kinder dann zurückhalten. Die Kinder sollen über Irrtum und Versuch, sowie Beobachtung anderer Kinder und Nachahmung eigene Lösungsstrategien erstellen, sich neue Fähigkeiten aneignen und dabei eigene Möglichkeiten Wissen zu erlangen entwickeln. Des Weiteren gehe ich gemeinsam mit Kindern aufkommenden Fragen nach durch „Gemeinsames-Nachdenken“, wo wir gemeinsam einen Lösungsansatz suchen: „Was können wir denn da machen?“


 Konzept der pädagogischen Arbeit:
Bei meiner pädagogischen orientiere ich mich bei den Grundwerten an Maria Montessori, Emmi Pickler und Janusz Korczak, aber auch an Gerd E. Schäfer und dem Familientherapeuten Jesper Juuls.
Einer meiner persönlichen Leitsprüche, welchen ich über meine pädagogische Arbeit lege, lautet


„Die Würde des Kindes ist unantastbar“

Situationsansatz
Ich richte mein pädagogisches Handeln grundsätzlich am Konzept des „Situationsorientierten Ansatzes“ aus. Ausgangspunkt des Situationsansatzes ist die allgemeine Lebenswelt der Kinder. Das pädagogische Konzept des Situationsansatzes soll Kinder dazu befähigen, ihre Lebenswelt zu verstehen und selbstbestimmt und verantwortungsvoll mitzugestalten. Vertretern des Situationsansatzes sehen, in einer sich ständig wandelnden internationalen Welt, dies als entscheidende Kompetenz in der frühkindlichen Pädagogik.
Angelehnt an den konzeptionellen Grundsätzen des „Situationsorientierten Ansatzes“ arbeite ich nachfolgenden Prinzipien


1. Ausgangspunkt meines Handelns ist die soziale und kulturelle Lebenssituation des Kindes, und ich wie dies in den Alltag meiner Kindertagespflege integriert werden kann.


2. Ich lege Wert auf einen engen und kontinuierlichen Austausch mit den Eltern und Kindern, um die Familien besser in ihren jeweiligen Lebenssituationen begleiten zu können


3. Ich beobachte die Kinder aufmerksam, um eine individuelle Entdeckungsfreude zu fördern und eine entsprechende Lernumgebung zu schaffen


4. Ich unterstütze die Kinder in ihrer geschlechtsspezifischen Identitätsentwicklung, lehne aber stereotypische Rollenzuweisung grundsätzlich ab.


5. Ich unterstütze die Kinder aktiv ihre Fantasie und schöpferischen Kräfte im Spiel zu entdecken und sich die Welt in der ihrer Entwicklung gemäßen Weise anzueignen.


6. Ich fördre gemeinschaftliche Spiele der Kinder, damit diese auch untereinander und voneinander lernen können, zum Beispiel durch Nachahmung.


7. Ich fördre Kinder in ihrer Selbständigkeitsentwicklung. So sind zum Beispiel die Möbel meine Kindertagestagespflege darauf ausgerichtet, dass die Kinder möglichst eigenständig agieren können.


8. Ich lebe den Kindern Werte und Regeln vor und vermittle eine mögliche konstruktive Konfliktlösung, um die Kinder daran heranzuführen.


9. Unterschiede der Familien hinsichtlich sozialer und kultureller Herkunft nutze ich als Bildungschance.


10. Ich habe die Räume der Kindertagespflege so eingerichtet, dass sie die Kinder zum Entdecken, Forschen und Ausprobieren reizen.


11. Ich sehe mich als Lehrende und Lernende zugleich. Jedes Kind kann auch mir neues Wissen und Erfahrungen beibringen und ich in meinem pädagogischen Handeln wachsen.


 Das Bild vom Kind:
Wie bereits in den Grundlagen des Situationsansatzes deutlich geworden ist, basiert dieser auf dem Verständnis von einem eigenaktiven Kind. Das individuelle Lernen steht dabei aber in Verbindung mit den sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten.
Das Kind verdient eine große Wertschätzung in der Art und Weise, wie es wahrnimmt, fühlt, denkt, handelt und seine Umwelt eigenständig interpretiert. Das Kind wird von mir als schöpferisch tätiger Mensch angesehen. Das Kind ist also Mensch im vollumfänglichen Sinne und müssen nicht erst durch mich zum Menschen gemacht werden. Es hat eigene Rechte, die berücksichtigt werden müssen. Dies spiegelt sich auch in meinem pädagogischen Handeln wider, welches für die Kinder Autonomie, Mit- und Selbstbestimmung, Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, Verbundenheit, Zugehörigkeit und Solidarität enthalten. Die Verknüpfung von Rechten und der Individualität des Kindes wird auch im folgenden Credo des Situationsansatzes deutlich: 

„In ihren Rechten sind alle Kinder gleich – in seiner Entwicklung ist jedes Kind besonders“. 

Kinder sind also nicht als Objekte der Vermittlung von Wissen und Können, sondern entscheiden selbst, ob sie lernen möchten: Nur wenn Interesse und inneres Erleben angesprochen werden, sind Kinder lern- und wissbegierig.


 Rolle der pädagogischen Fachkraft / Kindertagespflegeperson:
Könnte ich meine Berufsbezeichnung umbenennen, würde ich mich „Entwicklungsbegleiter*in“ nennen.  Als meine vorrangige Aufgabe sehe ich es, das individuelle Kind in seiner Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Lernen und Leben finden aber auch in sozialen Bezügen des Alltages statt. Diesen beiden Postulaten kann ich dadurch gerecht werden, dass ich verlässliche Beziehungen und ein anregungsreiches Umfeld schaffe.
Das Umfeld spielt auch insofern eine Rolle, als Einflüsse aus dem Alltag der Kinder mit aufgenommen werden. Alle Bereiche und Gefühle des menschlichen Lebens werden auch in meiner Kindertagespflege durchlebt, ob es sich um Freude, Trauer, Langeweile, Aktivität, Gemeinschaft oder Alleinsein handelt.
Es bedarf also einer offenen, flexiblen und differenzierten Planung des Alltages meinerseits und dem Bereitstellen von Gruppen- und Raumstrukturen, die dem Streben der Kinder nach Autonomie und selbstbestimmtem Tätigen Rechnung tragen.  Meine Räume sind zum Beispiel Lebensräume, die von den Kindern mitgestaltet werden, veränderbar sind und sich auf ihre Nutzer einstellen – nicht umgekehrt.
Weiterhin sehe ich mich sowohl in die Rolle der Lehrenden als auch in die Rolle der Lernenden wechseln zu können. Durch offenkundige eigene Lernprozesse diene ich dem Kind als Vorbild dafür, wie es selbst lernen könnte – zugleich ist dies ein Beispiel dafür, dass Lernen und Entwicklung nie aufhören. Wenn ich beispielsweise eine Frage eines Kindes nicht direkt beantworten kann, kann sie das transparent machen („Oh, das ist eine gute Frage, ich weiß die Antwort auch nicht. Wollen wir gemeinsam nachsehen?“), zusammen mit dem Kind die Antwort in einem Buch oder im Internet nachsehen und dem Kind auch gleichzeitig signalisieren, dass ich auch als Erwachsene gerade etwas Neues gelernt habe.
Kindern lernen mehr an unserem Verhalten ihnen und anderen Menschen gegenüber als durch unsere Worte und Regeln. Gerade sehr kleine Kinder orientieren sich eher an Mimik, Gestik, Körpersprache und Klang der Stimme, als an Worte. Das, was wir Kindern beibringen und uns von Ihnen wünschen, müssen wir Ihnen auch vorleben, ansonsten senden wir widersprüchliche Signale und fördern eher Konfliktsituationen.  Wenn man als Erzieher versucht, seine Anliegen mit Brüllen durchzusetzen, bringt man den Kindern nur bei: Wer am lautesten brüllt, gewinnt!“ Diese werden bald selbst versuchen, brüllend ihre Anliegen durchzusetzen.
Jeder Mensch wünscht sich grundsätzlich, ein respekt- und würdevolles Verhalten seiner Person gegenüber, dies gilt gleichermaßen für Säuglinge, wie für Erwachsene.  Möchte der Erwachsene, das Bildungsziel Respekt erreichen, muss auch er respektvoll sein. Vor allem ich als Modell muss mich auch immer wieder genau beobachten und warum jedes Kind verschiedene Verhaltensweisen und Reaktionen zeigt. Wo mache ich Fehler in der Beziehung und Begegnung beim Kind, wo muss ich mich ändern und vom Kind lernen?


"Habe Mut zu dir selbst, und suche deinen eigenen Weg. erkenn dich selbst, bevor du Kinder zu erkennen betrachtest.
Lege dir Rechenschaft darüber an, wo deine Fähigkeiten liegen, bevor du damit beginnst, Kindern den Bereich ihrer Rechte und Pflichten abzustecken. Unter ihnen allen bist du selbst ein Kind, das du zunächst einmal erkennen, erziehen und bilden musst."
Janusz Korczak

 

Die Rechte des Kindes:
Kinder werden heute von Geburt an, als Träger eigener Rechte verstanden. Sie müssen sich diese nicht erarbeiten oder auf irgendeine Weise erwerben. Ansprechend sehe auch ich Kinder bereits als gleichwertigen und vollständigen Menschen, dem entsprechend haben auch Kindern ein Recht menschwürdig und respektvoll behandelt zu werden.
Menschenwürde und Kinderrechte sind also untrennbar miteinander verbunden: Die Menschenwürde zu achten, bedeutet zu respektieren, dass jeder Mensch um seiner selbst willen, als Zweck an sich, existiert und nicht zum Objekt herabgewürdigt werden darf.
Kinder als Rechtssubjekte zu respektieren und zu behandeln sowie ihre Würde zu achten, gilt heute als allgemeine gesellschaftliche Aufgabe, so selbstverständlich auch in der Kindertagespflege SiegPiraten. Die Umsetzung kann durch eine kinderrechtsbasierte Einrichtungs- und Praxisreflexion sowie ihre Umgestaltung gelingen. Ich bin mit den Kinderrechten vertraut sein und verstehe ihre Bedeutung für die Gestaltung des Alltags mit Kindern und setze sie konsequent um.
Dazu zählt insbesondere:


• Recht auf aktive Zuwendung,
• Recht auf individuellen Entwicklungsprozess, unter Berücksichtigung der individuellen Reife,
• Recht auf Respekt, Achtung und Wertschätzung,
• Recht, sich wohl zu fühlen,
• Recht, zu essen und zu trinken, wenn es Hunger und Durst hat, aber auch das Recht, die eigenen Bedürfnisse im Sinne einer gesunden Entwicklung zu regulieren,
• Recht, zu forschen und zu experimentieren, vielfältige Erfahrungen zu machen,
• Recht, Sozialkompetenzen zu erlangen und Umgangsformen kennenzulernen,
• Recht, die Konsequenzen des eigenen Verhaltens zu erfahren


Partizipation:
Partizipation ist ein fester und grundsätzlicher Bestandteil des „Situationsorientierten Ansatzes“ und damit auch in meiner Kindertagespflege. Es lassen sich unterschiedliche Gründe anführen, die für eine Umsetzung von Partizipation sprechen:


1. Kinder haben gemäß der UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf Partizipation und auch im Kinder- und Jugendhilfegesetz werden ihnen umfassende Beteiligungsrechte eingeräumt.
2. Durch Partizipation lernen Kinder Demokratie.
3. Partizipation ermöglicht Bildungsprozesse und ist zugleich ein Ziel von Bildung.
4. Partizipation steigert die Qualität kindheitspädagogischer Einrichtungen, weil Qualität erst in der Aushandlung unterschiedlicher Interessen und Erwartungen entstehen kann.


Die Kinder besitzen demnach auch in der Kindertagespflege SiegPiraten grundsätzlich ein altersgerechtes Mitspracherecht, zum Beispiel im Bereich Essenangebot und Aktivitäten. Dies fördert nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern auch die Kompromissfähigkeit. Nur wenn die Stimme des Kindes auch gehört und ernstgenommen wird, kann es auch lernen, seine Wünsche auch einmal zurückzustellen. Dies zählt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Hierfür muss das Kind nicht verbal äußern können. Im Sinne der „1000 Sprachen eines Kindes“, und des Konzepts des kompetenten Säuglings, sind hierfür vor allem auch nonverbale Willensbekundungen zu berücksichtigen.


Bildungsbereiche:
Ich fördere folgende Bildungsbereiche:


-Bewegung
- Körper, Gesundheit und Ernährung
- Sprache und Kommunikation
- Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
- Musisch- ästhetische Bildung
- Religion und Ethik
- mathematische Bildung
- Naturwissenschaftliche Bildung
- ökologische Bildung
- Medien
- Bewegung


Die Lernbereiche sind niemals einzeln zu vermitteln und zu fördernd, sondern finden sich übergreifend im Alltag der Kindertagespflege wieder. Im Folgenden führe einige der Bildungsbereiche und mein pädagogisches Handeln näher aus.



Förderung von Naturerfahrungen (ökologische Bildung):
Kinder benötigen die Natur, um gesund zu wachsen und sich zu entwickeln. Allein Sonnenlicht spielt durch Herstellung des Vitamin D Haushalts im menschlichen Körper eine wichtige Rolle fürs persönliche Wohlempfinden. Vitamine D hat eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit, und somit auch das Licht.
In der Tagespflege Siegpiraten gehen wir jeden Tag raus, und ein Großteil des Tages wird draußen gestalten. Schlechtes Wetter existiert nicht mit richtiger Kleidung. Es regnet? Schön, ran an die Gummistiefel! Es schneit? Um so besser!  Naturerfahrungen sind eine wichtige Grundlage für das Verständnis der Kinder von der Umwelt, und die Grundlagenerfahrung für Mathematik, Biologie, Chemie, Physik und auch Sprache (denn man will ja auch davon erzählen).
Kinder wollen wissen, was zusammengehört, und was verändert werden kann, (was geschieht, wenn…) Aber das wollen sie nicht anhand von abstrakten Erklärungen lernen, sondern beim Wasserschöpfen, Gießen, Buddeln, Matsch herstellen. Hierbei wird dem kindlichen Denken Raum und Zeit gelassen, denn die Kinder werden ihre eigenen Theorien entwickeln, welche jedoch nicht immer „richtig“ sind. Ich lasse diese Theorien auskorrigiert und versuche eher Gelegenheiten zu schaffen, wo die Kinder, diese so weit ausprobieren, bis sie ihre Theorien selbst „revidieren“. Denn meist sind die Theorien für das jeweilige Kind logisch und haben einen persönlichen Sinn. Ich begleite die Kinder vielmehr, um mich für ihre Fragen zu interessieren, gemeinsam zu wundern, sprachlichen Austausch zu fördern und selbst Ansatzpunkte für weitere pädagogische Impulse zu gewinnen.
Natur bietet aber auch ausreichend Möglichkeiten die Sensorik und Motorik zu schulen. Plastikspielzeug und Turnhallen werden trotz aller guten Absichten niemals so gute Übungsfelder bieten, wie Wald und Wiesen. Über einen Baumstamm klettern ist weitaus schwieriger als über eine Turn Bank, und bietet gleichzeitig viel mehr Sinneseindrücke.
Da ich über ein großes Außengelände verfüge, stehen ausreichend Möglichkeiten für Naturerfahrungen, aber auch für die motorische und sensorische Bildung zu Verfügung. Wir füttern die Wildvögel gemeinsam über unsere zahlreichen Vogelhäuser, bzw die Schildkröten in ihrem Gehege. Wir ernten gemeinsam Apfel, Kirschen und Pflaumen von unseren Obstbäumen und essen diese. Oder wir machen Naturbeobachtungen mit den heimischen Eichhörnchen und Vögeln.


Freies Spiel:


"Spiel ist die Freiheit des Kindes bei seiner Bildung.  Spiel ist die Arbeit des Kindes."
Gerd E. Schäfer

Im Gegensatz zu Gemeinschaftsangeboten kann das Kind im freien Spiel viel eher seinen eigenen Lernrhythmus folgen: Lässt man ihnen Raum und Zeit, kehren Kinder immer wieder zu den gleichen Handlungen zurück und verfolgen diese konzentriert und fantasievoll, soweit es die Möglichkeiten an Material und Umgebung zulassen. Als Tagesmutter ist meine Hauptaufgabe hierbei zu erkennen, wann ich das Kind sprachlich (sein Tun in Worte fasse) und interessiert begleitete, neue Anregungen setzt, oder wo sich seine Konzentration ungestört lasse.
Freies Spielen ist eine komplexe Bildungssituation, denn sie ist reich an sinnlichen Erfahrungen, an Entwicklungsmöglichkeiten von sozialer Kompetenz und eigener und gemeinschaftlicher Vorstellungen, an sozialen Verhandlungen und vieles mehr. Im freien Spiel wählen die Kinder nicht nur ihr Spiel, die dazu verwendete Zeit, sondern auch oft ihren Spielpartner. Rollen werden verteilt und Vorstellungen über Abläufe ausgetauscht. Das freie Spiel bietet eine wunderbare Plattform für die Bildung und das Üben in sozialen Fähigkeiten wie Hilfsbereitschaft, Kompromissfähigkeit und Friedfertigkeit. Bei mir können die Kinder lernen, ihre Konflikte untereinander zu lösen oder in schwierigen Fällen Hilfe einzufordern. Beim freien Spiel entwickeln sich aber auch oft Rollenspiele, in denen die Kinder ihr Wissen über Regeln, Rituale und Erfahrungen aus ihrem sozialen Umfeld festigen können, und alltägliche Verhalten nachahmen.
Ich sehe meine Rolle als Tagesmutter vordringlich als Spielbegleitung, die aufmerksam neue Angebote macht, entsprechendes Material zur Verfügung stellt und neue Herausforderung sucht, um das Selbstbildungspotential des Kindes zu steigern.
Allgemein gelten frühkindliche Spielsituationen als: kurz, eindringlich, erschöpfend, auf Zerlegen ausgelegt, materialintensiv, an unterschiedlichen Schauplätzen stattfindend und ohne vorauszuplanendes Ergebnis. All dies wird von mir bei der Bereitstellung der Materialien und Spielgestaltung berücksichtig. Bei den Spielangeboten achteten ich insbesondere auf eine Förderung der Fein- und Grobmotorik, sowie dem Spracherwerb.


Lernfeld Ernährung:

Auch bei der Ernährung wird der Respekt vor dem Kind von mir gewahrt. Dies heißt konkret: kein Kind wird von mir zum Essen gezwungen und kein Kind muss etwas essen, das es nicht mag. Für das einzelne Kind wird sich im Bedarfsfall immer eine Alternative bereitgesellt. Da ich das Essen in der Tagespflege selbst zubereitete, kann ich schon vom Vorhinein besser auf Essgewohnheiten der Kinder eingehen, auch wenn mein eigentliches Bestreben ist, den Kindern möglichst viele verschiedene Lebensmitteln nahezubringen.
Soweit es möglich ist, bereite ich das Essen mit den Kindern zusammen zu, beziehungsweise binde sie mit ein. Lebensmittel sind ein gutes Lernfeld für Sprache, Sensorik, Motorik, Mathematik und Farblehre. Wie sieht und fühlt sich eine Kartoffel vor dem Kochen an, wie danach? Wie viele Eier braucht man für einen Kuchen? Welche Farbe hat das Gemüse auf unseren Tellern? Wie schneidet man einen Apfel oder eine Banane. Der richtige Umgang mit Besteck ist ein gutes motorisches Lernfeld, der Umgang mit Messer um so mehr.  Ein Kind, welche hier Neugier zeigt, wird auch mit Bedacht an das Thema „Schneiden“ herangeführt.
Den klassischen Nachtisch gibt es in meiner Kindertagespflege nicht. Damit möchte ich einerseits verhindern, dass die Kinder das eigentliche Essen ablehnen, weil sie wissen, dass sie ihren Hunger auch durch einen Nachtisch stillen könnten. Außerdem setze ich andererseits Süßigkeiten (auch Obst ist süß und lecker), beziehungsweise Essen im Allgemeinen, niemals als Belohnung ein. So würde ich niemals sagen: „Iss wenigsten noch etwas, und dann darfst du Nachtisch haben!“ Ein Kind, das Essen als Belohnung oder Bestrafung erfährt, wird dies wahrscheinlich auch später in seinem Leben so einsetzen. Dann doch lieber den Quark mit Obst als Nachmittagssnack.
Da Kinder noch über ein gesundes Sättigungs- und Hungergefühl verfügen, werden sie niemals gezwungen von mir Ihren Teller aufzuessen oder Nahrung zu sich zunehmen. Die Kinder können eigenverantwortlich ihre Nahrungsaufnahme bestimmen. Getränke sind den Kindern jederzeit frei zugänglich über spezielle Trinkbecher.


Lernfeld Sprache:
Bevor ein Kind Sprache für sich entdeckt, muss es lernen das Kommunikation sinnvoll ist und erfolgreich genutzt werden kann. Wobei bereits ein Neugeborenes über vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation verfügt und dies auch einsetzt. Dies sind sowohl Lautäußerungen als auch körperliche Signale. Erwachsene sollten möglichst auf diese vorsprachliche Kommunikation angemessen reagieren. Dies fördert sowohl die kindliche Entwicklung als auch die Beziehung zum Kind. Wird die Aktion sprachlich begleitet, fördert es zudem stark die sprachliche Entwicklung. Auch bei den Sprachanfängen ist also eine aufmerksame Beobachtung des Kindes notwendig, und eine eindeutige Sprachkommunikation.
Als Tagesmutter achte ich darauf, dass ich meine Anliegen, knapp, direkt und deutlich formuliere. Wenn ich zum Beispiel möchte, dass das Kind nicht nur zeigt, sondern auch seine erworbenen Worte benutzt, muss auch ich sagen: „Ich möchte, dass du sagst, was du möchtest!“ und nicht nur „Was willst du?“ Das Kind spürt ja, das ich sein Anliegen verstanden habe, und sieht sonst mein Nicht-Handeln als Ablehnung.
Spracherziehung ist in meiner Tagespflege SiegPiraten ganz selbstverständlich im Alltag eingebunden.  Alle Handlungen werden, angelehnt ans Pikler-Konzept, verbal begleitet. Über Kinderverse und Fingerspiele werden die Verbindung zwischen Körper, Fühlen und Sprechen angeregt. Alltagserlebnisse werden kommentiert, um den Kindern auch die Wörter für ihr Erleben zu geben.  Das Anschauen von Bilderbüchern und kleine Lieder singen, gehören ganz natürlich dazu.
Ansonsten fördere die Sprachmotorik über kleine Spiele:
- pusten und blasen von Seifenblasen, Windräder und ähnliches
- Wangen aufblasen und zudrücken
- von der Nasenspitze Schokostreusel ablecken oder ähnliches aus dem Strohhalm saugen
- mit dem Mund Musik machen (summen, brummen, klacken, zischen)
Übers Vorlesen und Schreiben von Notizen (oder auch Namen auf ihre Bilder) werden die Kinder früh auch an die Schriftsprache heranzuführen, und ihn deren Wichtigkeit in der Kommunikation nahezubringen. Gerade weil Kinder im medialen Zeitalter so wenig den Gebrauch von Schreiben erleben, ist dies um so wichtiger.


Hygiene und Sauberkeitserziehung:
Jedes Kind in der Tagespflege hat seine eigene Zahnbürste, seine eigenen Hygieneartikel und sein eigenes Handtuch. Nach Toilettengängen, vor und nach dem Essen werden die Hände gewaschen. Zähne werden nach dem Mittagessen geputzt. Jedes Kind hat seinen eigenen Topf oder benutzt die Toilette.


Trocken-werden:
Dies ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, denn es ist ein sensibles Thema für das Kind. Das Trockenwerden ist ein Vorgang, der einen körperlichen Reifungsprozess voraussetzt. Bei einem Säugling löst schon eine wenig gefüllte Blase den Entleerungsreflex aus.  Ab den 1. Geburtstag spürt das Kind Blasendruck. Aber erst mit etwa 1 1/2 Jahren erkennt das Kind wirklich „Die Blase ist voll“ und Zusammenhänge zwischen nassen Windeln und „Blase entleeren“ zu begreifen.  Ab hier kann man anfangen das Kind mit Töpfchen oder Toilette vertraut zu machen. Doch erst mit durchschnittlich 2 1/2 Jahre hat es die körperlichen Voraussetzungen auch die Schließmuskeln zu kontrollieren und zeitlich das Druckempfinden abzuschätzen, um rechtzeitig zur Toilette zu kommen. Nun gilt es Abläufe zu üben und zu lernen:
- Harndrang zurückhalten
- Töpfen holen
- sich ausziehen
- hinsetzen
- erst jetzt Schließmuskel öffnen
- abwischen
- anziehen
- Händewaschen
Übt man Druck beim Trockenwerden aus, wirkt sich das negativ auf das Kind aus, denn meist ist dies mit Schimpfen oder Bemängeln verbunden. Druck kann bewirken, dass das Kind merkt: hier ist etwas, dem kann ich mich entziehen, oder dem kann ich nicht gerecht werden. Dies führt Verlängerung des Lernprozesses, denn Abwehr und Verkrampfung verhindern ein bewusstes Steuern der Schließmuskeln. Ein Kind, das unter Druck Trocken wird, leidet körperlich und seelisch. Erwachsene bemächtigen sich seines Körpers. Es entwickeln sich grundlegende Einstellungen des Selbstwertgefühls wie:“ Ich kann nichts allein bewirken. Andere entscheiden für mich und sind mächtiger. Ich schaffe nicht, was man von mir erwartet.“ Dem gegenüber stehen Erkenntnisse wie: „Ich bin in Ordnung wie ich bin. Ich kann für mich selbst entscheiden. Ich will etwas und ich schaffe das auch. Mein Körper funktioniert gut und macht alles richtig.“
Das Kind entscheidet also, wann es so weit ist. Ich unterstützte dies, indem die Kinder im Garten während der Sommermonate möglichst keine Windel tragen, um die körperliche Erfahrung von Ausscheidungen zu machen. Moderne Windeln verhindern das Empfinden von Nässe, aber im Freien führt es zu Erstaunen, wenn das Bein auf einmal nass wird, und man auch sehen kann, was passiert. Sobald das Kind Interesse an Topf oder Toilette zeigt, darf es sich ausprobieren. Das eigentliche Weglassen der Windeln geschieht dann parallel zum Elternhaus und in Absprache mit den Eltern. Zuerst innerhalb des Geländes der Tagespflege und dann auch bei Ausflügen.


Regeln und Rituale:
Regeln sind die Grenzsteine, zwischen denen sich Kinder sicher fühlen können, an denen sie sich orientieren, sich messen können und auch Handlungssicherheit bekommen. Regeln und Konsequenzen sind äußerst positiv, sofern sie gut überlegt, logisch und nicht willkürlich aufgestellt und durchgeführt werden. Kleine Kinder sind mit zu vielen Regeln überfordert, so das es in meiner Tagespflege nur zwei feste Regeln gibt:


1. Gegessen wird am Tisch
2. Vor und nach dem Essen wird Hände gewaschen.


Andere Dinge wie: „niemand wird geschlagen“ und „es wird nichts kaputt gemacht“ sind eher als soziale Norm zu sehen, welche die Kinder noch lernen müssen. Dazu werden sie ohne schimpfen, sondern mit klaren Stopps, Erklärungen und Empathie von mir angeleitet.
Auch Rituale geben den Kindern Sicherheit innerhalb des Tagesablaufs, da sie selbst noch über kein ausreichendes Zeitgefühl verfügen. Es hilft ihnen, sich zu orientieren, und leichter von einer Situation in eine andere zu finden. So rege ich alle Eltern an, mit ihrem Kind ein individuelles Verabschiedungsritual zu entwickeln, damit die Kinder loslassen und in der Tagespflege ankommen können.  Ansonsten sind die Rituale in der Tagespflege lebendig, also kein starres Gebilde, und können sich immer wieder entwickeln mit neuen Kindern.  Gerne übernehme ich auch gerne Rituale aus den Familien, um den Kindern den Aufenthalt angenehmer und vertrauter zu machen.


Räumlichkeiten und Spielmaterialien:
In meiner Kindertagespflege SiegPiraten stehen den Kindern ein großer Tagesraum und ein Schlafraum mit altersentsprechenden Möbeln und Spielmaterialien zur Verfügung. Das Ziel und die Ausrichtung für die räumliche Gestaltung und der bereitgestellten Materialien ist die bestmögliche Förderung der kindlichen Entwicklung und die angemessene Befriedigung von kindlichen Bedürfnissen. Kinder brauchen Räume und Materialien, die ihnen ermöglichen, ihre Umwelt neugierig zu erforschen, ihre Körperkräfte zu erfahren und ihre Geschicklichkeit zu erweitern. Durch die Einrichtung meiner Räumlichkeiten anhand des kindlichen Maßstabes (z. B. Stühle, Regale, Betten) wird die Handlungsfähigkeit der Kinder, das Selbstwertgefühl und so schlussendlich die Selbstständigkeit gefördert. So kann Partizipation auch durch räumliche Maßnahmen deutlich unterstützt werden.
Prinzipiell stehen in meiner Kindertagespflege SiegPiraten für die Raumgestaltung die Grundbedürfnisse des Kindes im Fokus:


1. Sicherheit,
2. Interaktion und Bewegung
3. Rückzug und Ruhe
4. Selbstwertgefühl und Selbstständigkeit,
5. Aneignung der Umwelt in Spiel und Bewegung
Bei der Auswahl der Materialien geht es mir vorrangig darum, die Interessen der Kinder anzuregen. Die Materialien sind den Kindern allgemein frei zugänglich. Lediglich Bastelmaterial, welches die gezielte Beaufsichtigung der Kindertagespflegeperson bedürfen, sind unzugänglich.

Eingewöhnung:
Ich arbeitete mit dem Berliner Eingewöhnungsmodell.
Die ersten Tage und Wochen in der Tagespflege, in einem völlig neuen und Umfeld, sind für das Kind, aber auch für seine Eltern, der Beginn einer neuen und aufregenden Lebensphase. Auch für mich als Tagesmutter ist jedes neue Kind auch eine neue spannende Erfahrung. Dabei ist die Eingewöhnung besonders wichtig, wenn das Kind bisher nur innerhalb der Familie betreut wurde. Kannte das Kind bisher nur sein Zuhause mit seinen Eltern, so trifft es beim Eintritt in die Tagespflege auf eine fremde Umgebung und fremde Menschen. Ohne die Anwesenheit der Eltern würde die Situation das Kind überfordern.
Meine Aufgabe ist es nun, eine neue Bezugsperson in dieser fremden Umgebung zu werden. Der Aufbau dieser Beziehung kann jedoch nur mit Hilfe der Eltern entstehen. Ziel einer gelungenen Eingewöhnung ist es, dass es sich das Kind von seinen Eltern verabschieden kann und sich gegebenenfalls von mir trösten lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es eine elternbegleitende, abschiedsbetonte und vor allem individuelle Eingewöhnung.


Grundphase
Die Grundphase umfasst in der Regel 3 Tage, kann bei Bedarf jedoch auch länger dauern.
Hierbei wird vor allem darauf geachtet, wie sich das Kind in der neuen Umgebung fühlt. Davon hängt ab, ob eine Trennung von den Eltern schon nach 3 Tagen stattfinden kann oder noch Zeit braucht. Auch Kindern, denen man von vom Temperament her eine frühere Trennung zutraut, benötigen diese 3tägige Grundphase, um eine gewisse Vertrautheit zur Umgebung und zu mir aufzubauen.
In der Grundphase wird das Kind von einem Elternteil für ein bis zwei Stunden in den Gruppenraum begleitet. Wichtig ist, dass das jeweilige Elternteil den Raum nie ohne das Kind verlässt.
Um das Kind nicht zu bedrängen, bedarf es einer gewissen Zurückhaltung von mir. Ich mache zwar Kontaktangebote, jedoch entscheidet das Kind darüber, ob es diese auch annimmt.
Aber auch die Eltern sollten sich eher passiv verhalten, um Ihrem Kind die Möglichkeit zu geben, die neue Umgebung selbständig kennenzulernen.
Ich nutze die Grundphase auch dazu, um von den Eltern möglichst viele Informationen über Ihr Kind und der Lebenssituation der Familie zu erhalten. Die dazu, dass die Eltern und ich uns näher kennenlernen und ein gegenseitiges Vertrauen aufgebaut wird.
Trennungsversuch
Am 3. Tag der Eingewöhnung wird in der Regel eine Entscheidung darüber getroffen, ob am 4. Tag ein Trennungsversuch erfolgen kann. Diese Entscheidung erfolgt gemeinsam.
Bevor sich die Eltern am 4. Tag von ihrem Kind verabschieden, warten sie bis ihr Kind sich von Ihnen abwendet und sich einer Spielsituation zugewandt hat. Dann verabschieden Sie sich sehr deutlich und bewusst von ihrem Kind und verlassen den Raum.
Da diese Situation immer aufregend ist und die Kinder diese Aufregung auch spüren, beginnen die Kinder oft hierbei zu weine. Wichtig ist, ob sich das Kind anschließend von mir beruhigen lässt und meinen Trost annimmt.
Diese erste Trennung dauert maximal 30min. Nach der Rückkehr begrüßen die Eltern ihr Kind und verlassen gemeinsam die Tagespflege.
Je nach Reaktion des Kindes wird nun die Trennungszeit täglich etwas verlängert und die Anwesenheit der Eltern im Gruppenraum verkürzt, oder die Trennungsversuche aufgeschoben und die Grundphase verlängert.


Stabilisierungsphase
Während der Stabilisierungsphase befinden sich die Eltern für mindestens 3 Tage weiterhin während der Trennung in der Nähe der Tagespflege, um im Bedarfsfall schnellzurückkommen zu können. Eventuelle ist dies auch über einen längeren Zeitraum notwendig.
Läuft alles gut, können die Eltern die Tagespflege auch stundenweise verlassen. Ihr Kind verbringt dann den Vormittag bereits allein mit mir in der Tagespflege.
Als Letztes, meist Mitte der zweiten Woche, entscheiden Eltern und ich gemeinsam, ob das Kind ausreichend eingewöhnt ist, um auch über Mittag zu bleiben und in der Tagespflege zu schlafen. Sobald dies gelingt, kann das Kind innerhalb der angemeldeten Betreuungszeiten regulär betreut werden.


Schlussphase
Die Schlussphase der Eingewöhnung ist dann erreicht, wenn das Kind mich als „sichere Basis“ akzeptiert, als Spielpartner annimmt und sich von mir trösten lässt. Diese Phase ist als eine Art Bereitschaftsdienst für die Eltern zu verstehen. Auch wenn diese die Tagespflege nun verlassen, sollten sie immer erreichbar sein. Das Kind lässt sich zwar nun mir dauerhaft trösten, wenn es traurig über den Abschied ist. Es kann allerdings immer vorkommen, dass Situationen im Alltag auftreten, wenn das Kind sich verletzt oder ähnliches, in denen das Kind durch die Eltern getröstet werden muss. Für diese Schlussphase werden in der Regel 2 Wochen empfohlen.


 Ankommen und Gehen:
Jeden Tag wechselt das Kind von der Familie in die Tagespflege und wieder zurück.
Die Eltern sollten morgens ausreichend Zeit für die Ankunftsphase einzuplanen. Diese gibt dem Kind die Möglichkeit sich zu orientieren und Kontakt zu mir herzustellen. Ich begrüße jedes Kind freundlich und spreche es auch direkt an. Das Kind soll spüren: „Ich werde erwartet und es ist nicht gleichgültig, ob ich da bin oder nicht.“ Außerdem können morgendliche Tür-und-Angelgespräche erste Hinweise geben, was das Kind am Tag brauchen könnte. Vielleicht hat es unruhig geschlafen, oder war besonders früh wach. Manche Kinder brauchen bei der morgendlichen Kontaktaufnahme etwas Unterstützung. Mit ihnen baue ich dann ein eigenes Begrüßungsritual auf.
Auch beim Abholen sollten Eltern Zeit einplanen, und ihr Kind nicht zu hektisch aus der Situation reißen. Kinder brauchen oft Zeit umschalten zu können. Die individuellen Abholzeiten können genutzt werden, dass Eltern das Spiel ihrer Kinder beobachten, auch mal mitspielen, und sich mit mir über den Tag ihres Kindes auszutauschen. Im Beisein des Kindes wird aber stets nur positives oder allgemeines besprochen.
Konfliktsituationen zwischen mir und dem Kind werden in der Tagespflege direkt geregelt. Ein Bericht an die Eltern im Sinne „Heute war Karl wieder so frech und wollte nicht aufräumen.“ ist absolut kontraproduktiv im Sinne des Vertrauens und der Beziehung zwischen mir und dem Kind. Sollten sich tatsächlich ernsthafte Konflikte oder die Notwendigkeit von Intervention ergeben, werden diese bei einem Elterngespräch ohne das Kind besprochen. Dies könnten zum Beispiel erhebliche Beissattacken eines Kindes sein, wo eine genaue und gemeinsame Ursachenforschung notwendig wäre, um dem Kind helfen zu können.


 Abschiednehmen:
Steht ein Wechsel von der Tagespflege in die Kita an, oder verlässt uns ein Kind aus anderen Gründen, begleitet die Tagesmutter dies ebenso sensibel wie die Eingewöhnung. Der Abschied wird in der Gruppe möglichst früh thematisiert und es findet  möglichst am letzten Tag, ähnlich eines Geburtstags, ein kleines Abschiedsfest statt. Kinder, welche die Tagespflege verlassen haben, dürfen die Tagespflege immer wieder gerne besuchen und von ihren neuen Erlebnissen berichten. Diese Treffen sollten jedoch stets erst stattfinden, wenn die Kinder in der Kita oder dem neuen Betreuungsort fest eingewöhnt sind, um keine Konflikte aufzuwerfen.


Tagesablauf:
Dies ist ein exemplarischer Tagesablauf, der selbstverständlich je nach Alter des Kindes und dessen Bedürfnisse auch angepasst wird. Kinder unter einem Jahr gestalten Ihren Tagesablauf entsprechend ihres eigenen Schlaf- und Essrhythmus. Die Zeiten und Inhalt sind auch nur grob angegeben, da man gerade bei kleineren Kindern viel Zeitpuffer einplanen muss, um einen stressfreien Tag zu gestalten.


7.45- 9.00 Uhr              Ankunft der Kinder, freies Spiel, Frühstück
9.15- 10.45Uhr             nach draußen gehen (Garten, Spielplatz, Spaziergänge)
freies Spiel mit Angeboten (Naturerlebnisse)
11.00 - 11.30 Uhr         Vorbereitung Mittagessen
11.30- 12.00Uhr           Mittagessen
12.00- 14.00Uhr         Mittagsruhe (schlafen oder ruhiges Spielen)
Ca. 14. 30 Uhr           Vesper, anschließend freies Spiel


Zusammenarbeit mit den Eltern:
Die Arbeit mit Eltern in der Form von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften gilt heute – neben der pädagogischen Arbeit mit den Kindern und der Netzwerkarbeit – als eines der zentralen Elemente moderner pädagogischer Praxis. Die Gründe dafür sind vielfältig, lassen sich aber auf einen Punkt zusammenfassen: Eltern sind die Experten hinsichtlich ihrer Kinder! Das Wissen der Eltern, aber auch das Vertrauen zwischen Eltern und der Tagesmutter, ist die Basis eines gelingendem und guten Betreuungsverhältnisses.
Mir liegt deshalb eine gute Bildungs- und Erziehungspartnerschaft besonders am Herzen.  Eine gute Bildungs- und Erziehungspartnerschaften entstehen nicht von allein, sondern muss gezielt entwickelt und von beiden Seiten gepflegt werden. Mit den Eltern und Verwandte der Kinder einerseits und mir als Tagesmutter andererseits treffen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen, Werten, Erfahrungen und Zielsetzungen aufeinander. Zusammenarbeit bedeutet unter diesen Voraussetzungen eine gemeinsame Basis zu finden. Wenn ich und Eltern eine pädagogische Partnerschaft eingehen, kann das Kind den größtmöglichen Nutzen und Chancen für seine individuelle Entwicklung daraus ziehen.
Basis einer guten Zusammenarbeit ist die Begegnung aller Beteiligten als gleichberechtigte Partner. Ehrlichkeit und eine offene freundliche Kommunikation, mit einem möglichst großen Informationsaustausch ist hierfür die Grundlage in meiner Tagespflege. Ich führe deshalb meinerseits einen intensiven Informationsaustausch zwischen mir und den Eltern.
Der intensive Informationsaustauscht findet durch verschiedene Kanäle statt:
Infotafel: Auf dieser im Flur befindlichen Tafel erhalten Eltern allgemeine Informationen, zum Beispiel das Essensangebot, ob Windeln gebraucht werden, oder spezielle Aktionen und Angebote geplant sind.
Bring- und Abholgespräche: morgens teilen die Eltern mir mit, ob es besondere Vorkommnisse bei ihrem Kind gab (schlecht geschlafen, Fieber am Vorabend, besonders ereignisreicher Nachmittag). Auch Unwohlsein eines Kindes muss offen und ehrlich mitgeteilt werden, ohne die Sorge, dass ich die Betreuung des Kindes vielleicht deshalb ablehne. Beim Abholen berichte ich den Eltern knapp vom Tag und Besonderheiten.


Elterngespräche

 Ich stehe den Eltern als Ansprechpartner bezüglich der Probleme und Schwierigkeiten in den Belangen ihrer Kinder zu Verfügung. Diese Einzelgespräche sollten in ruhiger Atmosphäre stattfinden, und werden bei Bedarf vereinbart. Halbjährig biete ich ein Gespräch an, um über den jeweiligen Entwicklungstand des Kindes und über meine Arbeit zu informieren.

Elternkontakte untereinander: ich fördere durch gemeinsam geplante Aktionen auch die Kontakte und den Austausch der Eltern untereinander

.
Beobachtung und Dokumentation:
Nicht nur für den Situationsansatz ist eine genaue Beobachtung des Kindes und dessen Dokumentation wesentlicher Bestandteil und Grundvoraussetzung meines pädagogischen Handelns, sondern auch gemäß dem KiBiz vorgeben. Anhand positiv motivierter und kontinuierlicher Beobachtungen der Kinder, vermag ich diese besser in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Eine Dokumentation dient hierbei nicht nur dem Erinnern, sondern auch der Kommunikation innerhalb der Elternarbeit, um gemeinsame Erziehungs- und Förderziele zu vereinbaren.
Ich nutze hierbei unterschiedliche Entwicklungsbögen, um individuell jedem Kind gerecht zu werden. Neben den BasiK U3, MotorikPlus U3  benutze ich vor allem die Beobachtungsbögen für Kinder unter 3 Jahren von Schaaf- Krischer ( die „Entwicklungsschnecke“)
Am Ende der Betreuungszeit erhält jedes Kind zudem ein Fotobuch, in dem seine Entwicklung per Bilddokumentation festgehalten wurde.


Schutzauftrag und Kindeswohl:
Kinder als Rechtssubjekte zu respektieren und zu behandeln sowie ihre Würde zu achten, gilt heute als allgemeine gesellschaftliche Aufgabe, so auch selbstverständlich für meine Arbeit. Ich bin mit den Kinderrechten vertraut und kann sie in ihrer Bedeutung für die Gestaltung des Alltags mit Kindern verstehen und umsetzen.
Hierbei haben für meine Arbeit folgende Gesetze in Hinblick auf meinen Schutzauftrag und dem Wohl der mir anvertrauten Kinder eine besondere Gewichtung:


1. Das Diskriminierungsverbot (Artikel 2 KRK): Kinder dürfen aufgrund von spezifischen Merkmalen, wie zum Beispiel dem Geschlecht oder der Herkunft, nicht benachteiligt werden.
2. Das Recht auf Vorrang des Kindeswohls (Artikel 3 KRK): Das bedeutet, dass in allen das Kind betreffenden Entscheidungssituationen das Wohl des Kindes vorrangig berücksichtigt werden muss. berücksichtigen, ob es bereits allein in der Einrichtung bleiben will. Zugleich sollten seine
3. Das Recht auf Berücksichtigung des Kindeswillens (Artikel 12 KRK): Dieses Recht bedeutet, dass der Wille der Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand in allen sie betreffenden Entscheidungen berücksichtigt werden soll.
4. Das Recht auf Schutz vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Misshandlung oder Vernachlässigung, einschließlich des sexuellen Missbrauchs (Artikel 19 KRK):
5. Das Recht auf Bildung von Anfang an (Artikel 28 KRK): Dieses Recht umzusetzen bedeutet u. a., auch kleinere Kinder in der Tagespflege nicht „nur“ zu betreuen, sondern ihnen vielfältige Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
6. Die Orientierung an Bildungszielen, die darauf gerichtet sein müssen, die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen (Artikel 29 KRK):
7. Das Recht auf Spiel, Freizeit, Ruhe und Erholung (Artikel 31 KRK): Das bedeutet zum Beispiel, dass Kinder in Tagespflege auch Räume und Zeiten für Ruhe und Erholung vorhanden müssen.


Ich verpflichte mich selbstverständlich zur Einhaltung der Kinderrechte und ihres Schutzauftrages. Hierfür nutzte ich auch die „Siegburger Standards zur Prävention von Kindeswohlgefährdung“ in der Fassung zum 01.05.2015.  Zudem finden jährlich Hospitationen des Jugendamtes der Stadt Siegburg statt.
Außerdem bin ich mir bewusst, dass von mir eine stärkere Selbstreflektion hinsichtlich meines pädagogischen Handelns notwendig ist, da ich allein in der Kindertagespflege SiegPiraten tätig ist. Ich engagiere mich selbsttätig um eine bessere Bewusstmachung meines eigenen Verhaltens durch Fachliteratur, Seminare, dem Austausch mit pädagogischen Fachkräften und dem Jugendamt.


Beschwerdemanagement:
Konflikte und Beschwerden gehören ganz normal zum Alltag in der Kindertagesbetreuung. Und auch wenn sie auf den ersten Blick eher störend als produktiv wirken, so betrachte ich sie dennoch als wertvolle Anlässe, um die Einrichtung weiterzuentwickeln und um die Beziehung zu den Eltern zu intensivieren. Beschwerden und Konflikte werte ich nicht als persönliche Angriff, sondern als Austausch und Bereicherung.
In der Kindertagespflege SiegPiraten werden Konflikte zwischen mir und Eltern möglichst zeitnah und wertfrei angesprochen. Zudem biete ich auch kurzfristig die Möglichkeit eines ruhigen Elterngespräches an. Auf Wunsch einer Partei kann auch die Fachberatung des zuständigen Jugendamtes an den Gesprächen teilnehmen. Vertraglich ist die Schweigepflicht gegenüber dem zuständigen Jugendamte von beiden Parteien aufgehoben, so dass sich bei Konflikten auch dort fachlicher Rat eingeholt werden darf, ohne die Schweigepflicht zu verletzen.


Qualitätsentwicklung und- Sicherung
Um meine fachlichen Kompetenzen zu vertiefen und die Qualität meiner Tagespflege stetig weiterzuentwickeln, studiere ich nebenberuflich B.A. Kindheitspädagogik im Fernstudium. Innerhalb des Studiums pflege ich einen intensiven Kontakt und Austausch mit Mitstudierenden, welche vor allem Erzieher*innen und Kindertagespflegepersonen tätig sind. Aber auch außerhalb des Studiums vertiefe ich mein Fachwissen kontinuierlich über Fachzeitschriften, Fachliteratur und Seminaren.
Zweimal jährlich finden zudem Hospitationen und Reflexionsgespräche des Jugendamtes der Stadt Siegburg im Sinne der Qualitätssicherung statt. Außerdem nehme ich an den regelmäßigen Informationsabenden des Jugendamtes des Stadt Siegburg teil und bin mit Tagesmüttern aus Siegburg und NRWs hinsichtlich eines fachlichen Austausches vernetzt. Zudem engagiere ich mich im "Ideen-Komitee Netzwerk Kinderschutz" in Siegburg.


Inklusion:
Ich handele in meiner Tagespflege entsprechend eines pädagogisches Inklusionsverständnisses, welches auf eine Vermeidung jeglicher vorgängigen Ausschlüsse, die Herstellung gleichberechtigter und selbstbestimmter Teilhabe aller, sowie eine maximale Ausdehnung von Akzeptanz und Wertschätzung auf unterschiedslos alle Individuen abzielt. Das kann sich z. B. auf Vielfaltsdimensionen wie kultureller Hintergrund, sozioökonomischer Hintergrund, sexuelle Orientierung, religiöser Hintergrund, Geschlecht und vieles andere mehr beziehen.


Zusammenarbeit mit anderen Kindertagespflegestellen und Institutionen:
Ich arbeite eng mit den zuständigen Jugendämtern zusammen, insbesondere mit dem Jugendamt der Stadt Siegburg. Außerdem stehe ich sowohl im stetigen fachlichen Kontakt zu Erziehern und Tagesmüttern aus der Gemeinde als auch im ganzen Raum von NRW. Auch über das Studium bin ich im fachlichen Austausch mit Erziehern und Tagesmüttern aus dem deutschsprachlichen Raum.


Stand August 2025



 

 

SiegPiraten

Kindertagespflege in Siegburg